Morgenstund im Wald
Verfasst: 29 Nov 2025, 12:17
Der Kaffee beim Frühstück war stärker als gedacht. Schon auf dem Weg durch die Hotellobby spüre ich, wie sich tief im Bauch ein schweres, rundes Gefühl ausbreitet – nicht schmerzhaft, eher wie ein inneres Raunen, das ankündigt, dass der Körper bald etwas loswerden möchte. Ich nehme es mit einem wissenden Nicken zur Kenntnis und schiebe mir, bevor ich hinaus in den Wald gehe, ein paar Blätter Toilettenpapier in die Jackentasche. Sicher ist sicher.
Draußen empfängt mich die frische Morgenluft mit einem kühlen Hauch, der sofort klar macht, dass der Tag noch jung ist. Der Waldweg schlängelt sich sanft bergauf. Feuchte Erde duftet nach Regenresten, und irgendwo knackt ein Ast unter dem Gewicht eines Vogels. Bei jedem Schritt breitet sich das runde, drängende Gefühl in meinem Bauch ein Stück weiter aus – nicht dringlich, aber deutlich genug, dass ich leise in mich hineinschmunzeln muss.
Nach ein paar Minuten entweicht mir ein kleiner, kaum hörbarer Laut, ein unauffälliges „pff“. Ich halte kurz inne, schaue mich halb belustigt, halb ertappt um – natürlich ist niemand da. Der Wald reagiert nur mit einem raschelnden Blatt, als würde er freundlich sagen: Passiert doch jedem.
Der Weg führt zu einer kleinen Lichtung, von Farnen umrahmt und von weichem Moos bedeckt. Wieder ein Pups– ein dumpfes, rundes Geräusch, das zwischen den Bäumen verhallt. Die Stelle wirkt geschützt, fast wie ein natürlicher kleiner Raum, der sich eigens für solche Momente öffnet.
Der Druck in meinem Bauch ist nun weniger ein Gefühl als Gewissheit – ruhig, schwer, bereit. Ich laufe ein paar Schritte abseits des Pfads, dort, wo das Licht sanft durch die Äste fällt und die Luft etwas wärmer ist. Ich hole die Blätter aus der Tasche, atme tief ein, mache meine Hose auf und lasse mich nieder, so natürlich wie man es draußen eben tut.
Der Körper lässt los – ohne Hast, ohne Widerstand, einfach so, als hätte er genau darauf gewartet. Es ist ein dumpfes, leises „plopp“, mehr ein weiches Nachgeben als ein Geräusch, und die Erleichterung danach breitet sich wie eine sanfte Welle durch mich hindurch. Der Wald nimmt alles auf mit dieser zeitlosen Gelassenheit, die nur Orte haben, die schon immer wussten, wie Menschen funktionieren.
Als ich mich wieder aufrichte, fühle ich mich leichter, gelöst, ein bisschen wie nach einem guten Gespräch mit mir selbst. Ich säubere mich, verstaue das Papier ordentlich, ziehe meine Jacke zurecht.
Ich betrachte meine Errungenschaft. Dampfend und friedlich am Waldboden.
Auf dem Rückweg zur Lichtung wirkt der Wald heller, freundlicher, fast vertraut – als hätte ich etwas zurückgelassen, das gar nicht wichtig war, das aber Platz gemacht hat für etwas anderes: Ruhe.
Verständnis.
Und ein unerwartet gutes Bauchgefühl.
Draußen empfängt mich die frische Morgenluft mit einem kühlen Hauch, der sofort klar macht, dass der Tag noch jung ist. Der Waldweg schlängelt sich sanft bergauf. Feuchte Erde duftet nach Regenresten, und irgendwo knackt ein Ast unter dem Gewicht eines Vogels. Bei jedem Schritt breitet sich das runde, drängende Gefühl in meinem Bauch ein Stück weiter aus – nicht dringlich, aber deutlich genug, dass ich leise in mich hineinschmunzeln muss.
Nach ein paar Minuten entweicht mir ein kleiner, kaum hörbarer Laut, ein unauffälliges „pff“. Ich halte kurz inne, schaue mich halb belustigt, halb ertappt um – natürlich ist niemand da. Der Wald reagiert nur mit einem raschelnden Blatt, als würde er freundlich sagen: Passiert doch jedem.
Der Weg führt zu einer kleinen Lichtung, von Farnen umrahmt und von weichem Moos bedeckt. Wieder ein Pups– ein dumpfes, rundes Geräusch, das zwischen den Bäumen verhallt. Die Stelle wirkt geschützt, fast wie ein natürlicher kleiner Raum, der sich eigens für solche Momente öffnet.
Der Druck in meinem Bauch ist nun weniger ein Gefühl als Gewissheit – ruhig, schwer, bereit. Ich laufe ein paar Schritte abseits des Pfads, dort, wo das Licht sanft durch die Äste fällt und die Luft etwas wärmer ist. Ich hole die Blätter aus der Tasche, atme tief ein, mache meine Hose auf und lasse mich nieder, so natürlich wie man es draußen eben tut.
Der Körper lässt los – ohne Hast, ohne Widerstand, einfach so, als hätte er genau darauf gewartet. Es ist ein dumpfes, leises „plopp“, mehr ein weiches Nachgeben als ein Geräusch, und die Erleichterung danach breitet sich wie eine sanfte Welle durch mich hindurch. Der Wald nimmt alles auf mit dieser zeitlosen Gelassenheit, die nur Orte haben, die schon immer wussten, wie Menschen funktionieren.
Als ich mich wieder aufrichte, fühle ich mich leichter, gelöst, ein bisschen wie nach einem guten Gespräch mit mir selbst. Ich säubere mich, verstaue das Papier ordentlich, ziehe meine Jacke zurecht.
Ich betrachte meine Errungenschaft. Dampfend und friedlich am Waldboden.
Auf dem Rückweg zur Lichtung wirkt der Wald heller, freundlicher, fast vertraut – als hätte ich etwas zurückgelassen, das gar nicht wichtig war, das aber Platz gemacht hat für etwas anderes: Ruhe.
Verständnis.
Und ein unerwartet gutes Bauchgefühl.